Wieder einmal Zeit für eine kurze Pause und einen Tee. Die Heizspirale im Wasserkocher verrichtet treu ihren Dienst. Heisse Schwaden steigen in die Höhe und kondensieren an den Küchenoberschränken in kleinen Tröpfchen. Nicht ganz so heiss geht es in den Tropen zu, die Heimat der Passatwinde sind. Zweifellos aber bekommt auf der Erde die Region um den Äquator im zeitlichen Mittel die meiste Energie von der Sonne ab. Warme feuchte Luft steigt in die Höhe, kühlt sich ab, regnet aus und weicht dann nach Norden oder Süden aus, um trocken wieder nach unten zu sinken, dort wo die grossen Wüsten sind - z:B. die Sahara, die Gobi auf der Nordhalbkugel, die Atacama, die inneraustralische Wüste auf der Südhalbkugel. Hängt die genaue Lage der Wüsten auch noch von anderen Phänomenen ab, der tropische Wasserkessel spielt eine bedeutende Rolle dabei, dass sie dort sind, wo sie sind.
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Über dem Pazifik sorgt er für die Passatwinde. Denn dort, wo feuchte Luft am Äquator in die Höhe gepumpt wird, muss sie nachfliessen. Nicht beliebig viel Luft kann verschwinden, ohne dass es Nachschub gibt. Der Nachschub kommt von dort, wo sich die ausgeregnete Luft wieder abgesenkt hat, von Norden und von Süden, aus der Gegend, wo über dem Festland der Wüstengürtel ist. Über dem Pazifik freilich ist auch in diesen Breiten nur Wasser. Die hochgepumpte Luft sorgt für einen Unterdruck, für Tiefdruck am Äquator, die herabfallende Luft für Hochdruck weiter im Norden und im Süden. Die Winde, die über dem Pazifik den Druckausgleich zwischen diesen Gebieten verrichten, sind die Passatwinde. Dieser Luftmassenkreislauf ist auch als Hadley-Zelle bekannt.* (Eine ergänzende Grafik finden Sie hier.)
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| Heute bläst nur noch in Filmen der Passat in die Segel der Galeonen | zur Bildquelle |
Manchmal ergötzen wir uns noch im Fernsehen an dem ein oder anderen alten Spielfilm, in dem Errol Flynn als stolzer Pirat Handelsschiffe kapert und wohlgewandete Damen verführt, in denen Südseeinseln ein süßes Leben verheissen und der Nordostpassat die Takelage der Galeonen bläht .... Moment, der Nordostpassat?
Wieso Nordost, wenn doch der Passat einen Ausgleich zwischen hohem Druck im Norden und niedrigem Druck am Äquator erzeugt? Wieso nicht Nordpassat ... oder Südpassat auf der Südhalbkugel?
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Wir kennen alle den netten Versuch mit der Erdumdrehung. Man nehme sich einen Globus, tippe mit dem Zeigefinger auf Washington und wandere genau nach Süden in Richtung der ecuadorianischen Hauptstadt Quito, die etwa auf gleicher Länge liegt. Drehe ich gleichzeitig die Erdkugel, dann komme ich nicht in Quito aus, sondern irgendwo im Pazifik. Der Finger hat einen sanften Bogen beschrieben.
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Nicht anders geht es auch den Luftmassen. Darum kommt der Passat nördlich des Äquators von Nordost, südlich des Äquators von südost.** Die Erdumdrehung ist einmal mehr daran Schuld, dass der Wind nicht daher weht, wo man es vermutet
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Bildquelle: Wetterlexicon des Schweizer Fernsehens |
Springen wir ins nächste Kapitel und schauen, wie die Passatwinde ihr Spiel treiben mit den
Meeresströmungen im Pazifik
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*Genauer beschäftigem mit diesem Luftmassenkreislauf, der Hadley-Zelle, wollen wir uns im Kapitel über die weltweiten Strömungen, Winde und Flüsse.
**So ganz genau stimmt das auch nicht, weil die Gegend mit der intensivsten Sonneneinstrahlung nicht immer genau am Äquator liegt, sondern über das Jahr zwischen den Wendekreisen hin und her pendelt. Doch dazu mehr in den Kapiteln über Zirkulation.
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